Qualzucht

24.01.14

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Qualzucht? Nein danke!

Das Schlagwort in den letzten Jahren in Bezug auf die Hundezucht ist "Qualzucht". Ein Wort, dass in der Kynologie (der Lehre vom Hund) verschwinden muss! Ursache der sog. Qualzuchten sind die Rassestandards der Hunde. Auch unseren Möpsen wird der vorgeschriebene Standard nicht gerecht. Denken wir z.B. an die Nasenfalte. Uns sind Hunde vorgestellt worden, bei denen gerade diese Falte so stark ausgebildet war, dass die armen Tiere kaum vernünftig atmen konnten und Augenverletzungen durch die zusätzlich weit hervorstehenden Augen vorprogrammiert waren. Oft kommen zu kleine, zu enge Nasenlöcher als Nebenerscheinung hinzu.

Es gibt nur einen Grund, weshalb die Schnauzpartie der Möpse nicht länger nach vorne gezüchtet wird: Den geltenden Rassestandard.

Wir betonen noch einmal, dass der Standard eine willkürliche Erfindung des Menschen ist und den Hunden, bzw. deren Züchtern aufoktroyiert wurde und wird!

Wenn ein Hund unter diesem üblen und unsinnigen Standard zu leiden hat, haben die Kritiker, die unsere Hunde als Qualzuchten bezeichnen, NICHT unrecht!!

Wir fordern deshalb alle Züchter auf, auf solche Zuchten in Zukunft zu verzichten. Der Mops hat ein Anrecht darauf, frei und ungehindert atmen zu können. Wenn also in Zukunft nach Erreichen unseres Zuchtziels der Nasenrücken der Möpse deutlicher länger hervorsteht, dann ist das kein Mangel, sondern eine von uns gewünschte Verbesserung der Rasse.

Allen Richtern, denen das nicht behagt, empfehlen wir das mehrtägige Tragen einer Wäscheklammer auf ihrer eignen Nase, um sich mit den bisherigen Atemproblemen der Möpse vertrauter zu machen. Danach werden wir in unserem Bestreben hoffentlich unterstützt. Vor dem so genannten Rassestandard steht immer und einzig und allein die Gesundheit und das "Sich Wohlfühlen" der von uns gezüchteten Hunde.

Gleichzeitig müssen wir feststellen, dass unsere Rassen immer kleinwüchsiger werden. Wir brauchen Möpse, die ihre Welpen normal austragen und gebären können. Kaiserschnitte müssen die Ausnahme sein! Eine normal gebaute Hündin kann problemlos ihre Jungen gebären und ist anschließend eine liebevolle, fürsorgliche Mutter. Ihr kann auch der unerfahrene Mensch ansehen, mit welcher Freude und Hingabe "Mama Mops  ihre Welpen aufzieht. Nicht nur, dass hier schon die so wichtige Welpenprägung einsetzt, nein, auch das Überleben unserer Möpse ist gesichert.
Solche Zuchtziele setzen wir uns im M.P.R.V. e.

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Schädel eines Pekingesen Schädel eines Kleinpudels

Auf den hier abgebildeten Schädeln ist erkennbar, wie weit der Oberkiefer zurückgezüchtet wurde und wie eng der gesamte Mund- und Rachenraum eines derartig qualgezüchteten Hundes geworden ist.

Die Aufgabe eines Vereins besteht darin, einen solchen Oberkiefer wieder nach vorne zu züchten und dem Pekingesen, wie auch dem Mops, eine normale Atmung und Futteraufnahme zu ermöglichen. Die Re-Züchtung beim Mops ist bereits durchgehend erfolgt. Unsere Züchter der Pekingesen, können zur Zeit, trotz des überaus geringen Bestandes dieser Rasse, bereits erste Erfolge melden.

Mitte 2003:

Der Bundesrat hat die Bundesregierung in einer Entschließung aufgefordert, von einer im Tierschutzgesetz enthaltenen Verordnungsermächtigung Gebrauch zu machen und das so genannte Qualzuchtverbot zu präzisieren. Der Bundesrat hat festgestellt, dass die bisherigen Formulierungen im Tierschutzgesetz nicht zu einer konsequenten Umsetzung des Verbotes führen, so dass auch weiterhin Nachkommen von Tieren mit genetischen Defekten zum Teil erhebliche Schmerzen, Leiden und Schäden zugefügt werden.

Quelle: Der Bundesrat

Unser Zuchtziel:

Diese Bilder zeigen Möpse aus dem 19. Jahrhundert

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Wissenswertes

Hier unten finden Sie die Informationen zu folgenden Themen:

Abhandlung von Gert Haucke über die Züchtung von Möpsen.
Abhandlung von Prof. Dr. B. Spiess über das Ziel des Vereins
Kommentar von Dr. Hellmuth Wachtel über die Überzüchtung.

 
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Gert Haucke, bekannt als Buchautor, Schauspieler und Hundefreund, hat sich bereits vor Jahren in seinem Buch "Die Sache mit dem Hund" für eine Rückzüchtung des Mopses eingesetzt und hat erneut einen Kommentar verfasst. Dieser Artikel ist die Essenz dessen, was wir vermitteln möchten. Gert Haucke spricht uns aus der Seele. Wir bedanken uns herzlich für das Recht der Veröffentlichung.


NICHT DAS MONSTER IST DER VERBRECHER SONDERN FRANKENSTEIN

Wie fröhlich wäre wohl die fröhliche Frau Müller -Mopsbesitzerin- wenn sie rund um die Uhr Atemschwierigkeiten hätte: vor dem Fernseher hockend auch, bei jeder Anstrengung bis zu Erstickungsanfällen. Aus der fröhlichen Frau Müller würde ganz schnell eine grämliche Asthmatikerin.
Ihr Mops in der gleichen Situation behält seine gute Laune länger. Weil Hunde sich generell mit schweren Handikaps klaglos und stoisch abfinden. Irgendwann hat sich Möpschen dann doch zu Tode geschnurchelt. Frau Müller weint: "Wie ein Teetöpfchen hat der kleine Liebling immer leise gebrodelt".
Frau Müller ist töricht.

Die Züchter von Möpschen sind kriminell.
Oder wie? Einem Hund durch Selektion die Nase, ja den ganzen Fang, wegzuzüchten, mit "Nebenerscheinungen" wie Basedow, schwere Zahnschäden, Schwerstgeburten, Kollaps der Luftröhre, Hautentzündungen, etc. - wie soll man das nennen?
(Dr. Frankenstein wollte wenigstens kein Monster, sondern den perfekten Übermenschen schaffen - es ist ihm nur nicht geglückt!)
Möpse aber sahen vor hundert Jahren aus wie verkleinerte Boxer. Der Vorderkopf nicht kürzer als beim heutigen Rottweiler.

Wer ist denn sonst noch schuld an der Monsterbäckchen Zucht?
Natürlich die Käufer. Es gibt reichlich Literatur über Hunde. Zugegeben: die meisten "Informationsbücher" sind das Papier nicht wert. Aber wenn man will, kann man sich informieren: Die Möpse in ihrer heutigen deformierten Erscheinungsform würden dann aussterben. Keine Nachfrage - kein Angebot.
Aber die Herren Hundevermehrer können es ja nicht ertragen, gesunde, problemlose Hunde anzubieten. (Ich nehme davon nur ganz wenige Züchter aus.)
Da ging es den Hunden früher, als sie größtenteils ihre Aufgabe als Helfer der Menschen hatten, besser. Nur ein gesunder Hund konnte lange leistungsfähig bleiben. Also war Gesundheit die Generalforderung der Hundehalter bis zum ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts. Wie musste ein Hund aussehen, der eine Rinderherde über viele Kilometer zum Verladen führte und nachts bewachte? Krüppel waren da nicht gefragt, weil unbrauchbar. Fellfarbe und Struktur unwichtig. Heute sind unsere Hunde arbeitslos. Und jetzt wird Schindluder mit ihnen getrieben. Und eine verantwortungslose, desinformierte Käuferschar kauft die armen Krüppel.

Basset: ein großer Hund fast ohne Beine. Ei vorprogrammierten Krankheiten, hier nicht aufzählbar. Nur soviel: Wie viel Bosheit gehört dazu, einem Hund so lange Ohren anzuzüchten, dass sie beim Normallauf mit der Nase unten, am Boden schleifen? Wer züchtet ihm eine so schwere Wamme an, dass die Unterlider, permanent nach unten gezogen, das Auge freigeben für schwere schmerzhafte Entzündungen? Und und und: ein Lazarus von einem Hund. Frankensteins Monster war funktionsfähiger.

Tatsache ist auch, dass man Hunde nicht beliebig vergrößern oder verkleinern kann, ohne schwere Deformationen als Beigabe für die elenden Zwerge und Riesen - nicht lebensfähig von Geburt an.

Barry, der berühmteste Bernhardiner aller Zeiten, wog 40 Kilo und arbeitete hart als Lebensretter aus Schneenot. Bernhardiner heute werden mit 110 Kilo einem staunenden erbarmungslosen Publikum vorgestellt, während die Hunde unter ihrer eigenen Körperlast stöhnend um jeden Atemzug ringen.

Zwerge, Nackte, Überfältige: es ist ein Trauerspiel, wozu menschliche Eitelkeit und Bosheit fähig sind.

Aber: Licht am Horizont für unsere so liebenswerten Möpse!

Einige Klardenker hatten die Faxen mit den unbelehrbaren Betonköpfen in den Züchterverbänden dicke und haben das Selektionsruder mutig herumgeworfen: ein bisschen längerer Nasenrücken mit gleichem verpaart das Ganze ein paar Mal wiederholt und schon gibt es wieder einen normalen Hundekopf mit etwas verkürztem Vorderkopf. Charme und Liebreiz voll erhalten!

Und bedenken Sie: der VDH und alle unterstellten Zuchtverbände haben keinerlei Befugnisse. Das ganze hochorganisierte Ausstellungswesen ist nichts weiter als Geldschneiderei der Veranstalter und der Futtermittelindustrie. Zehntausende von Ausstellern unterwerfen sich freiwillig dem Diktat von größtenteils inkompetenten so genannten Richtern. Die Zuchtverbände der VDH an erster Stelle haben bei der Entwicklung zum entarteten Hund nicht nur zugesehen, sondern Missgeburten im Standard sogar festgelegt, Verstümmelungen über Jahrzehnte als "rassetypisch" geduldet und hoch bewertet. Sie haben damit jeden Anspruch auf Autorität verloren, weil ihnen jede Qualzüchtung recht ist, solange man Anbieter und Käufer kräftig abzocken kann. Die Vereine und Zuchtverbände haben sich -größtenteils- von ethischen Gesichtspunkten getrennt und sind damit absolut unglaubwürdig geworden. Die grausamen Folgen sitzen in Asylen hinter Gitter: Eiskalte Geldgier und Verantwortungslosigkeit ergaben einen todtraurigen Rücklauf in die Tierheime.

Wenn Sie wirklich aus guten Gründen entschlossen sind, Ihr Leben mit einem Hund zu teilen, der zu Ihnen passt: Gehen Sie zu den Weggeworfenen, die verzweifelt auf ein neues Zuhause hoffen. Riesenauswahl! Und ein gutes Gewissen garantiert...

Gert Haucke

Februar 2003

 

Zuspruch vom Fachmann:

Brief von Prof. Dr. Bernhard M. Spiess, Abteilung für Veterinär-Ophthalmologie, Departement Kleintiere an der Universität Zürich an den Vorsitzenden des Vereins

Es ist eigentlich schade, dass in Deutschland immer wieder "dissidente" Züchter eigene Clubs gründen müssen, um ihre meist gut gemeinten Anliegen zum Wohle des Hundes in die Tat umsetzen zu können. Offenbar erfahren sie im ursprünglichen Club zu wenig Unterstützung und Rückendeckung durch den VDH.

Es ist aus augenärztlicher Sicht sehr zu begrüßen, dass sich endlich jemand der brachycephalen Rassen annimmt (es gibt noch mehr davon!).

An unserer Klinik bilden diese Hunde den Hauptanteil aller Patienten mit schwerwiegenden Augenveränderungen, v. a. Verletzungen und Geschwüre der Hornhaut. Es darf doch nicht sein, dass wir bei vielen Vertretern dieser Rassen erst die Lidspalten verkürzen und die Nasenfalten entfernen müssen, damit sie problemlos, d. h. ohne fortschreitende Pigmentierung der Hornhaut und ohne wiederkehrende Geschwürsbildung durchs Leben gehen können.

Daher bin ich sehr froh, wenn Sie in Ihrem Club die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Möpse und Pekingesen wieder etwas mehr in den Vordergrund rücken.

Meine zugegebenermaßen etwas einseitige und pragmatische Sicht der Dinge würde allerdings im Rassestandard vor allzu prominenten und buschigen Nasenfalten warnen und versuchen, die Nase etwas zu verlängern, sowie die Lidspalte kleiner zu halten.

Es gibt immer wieder solche Exemplare, über die ich mich jedes Mal sehr freue - allerdings kommen sie zumindest in der Schweiz an Ausstellungen schlecht weg.

 

In der Ausgabe 04/2003 der Zeitschrift "Hunde-Welt" stellte der Deutsche Mopsclub e.V. die Rasse Mops vor.

Dr. Hellmuth Wachtel , Genetiker, Tierzüchter und Hundebuchautor aus Wien nahm dazu Stellung:

Zuchtspezial Mops

Das darf doch nicht wahr sein. Zum Thema ob alle Möpse schnarchen sagt Frau Inge Weßling vom Deutschen Mopsclub e.V.: "Ich fürchte ja....die Besitzer genießen das - es wirkt so schön beruhigend". Nun, ich hoffe sehr, die Besitzer beruhigt das keineswegs, denn es ist ein Symptom des BAOS (Brachycephalic airways abstruction syndrom), also von Atembeschwerden, weil zuviel nicht mit dem Schädel proportional verkürztes Weichgewebe die Atemwege verstopft. Dazu kommt noch die erhöhte Hitzeempfindlichkeit, was nach Frau Weßling weniger an der weggezüchteten Nase als an dem zu kurzen Hals liegen soll. Kein Wort darüber, was da züchterisch zu geschehen hätte, auch zu den vorgewölbten zu großen und daher verletzungsgefährdeten Augen!
Die Höhe ist, wenn noch allen Ernstes nach behauptet wird, die Rasse hätte sich im Wesentlichen nicht verändert, die Übertypisierung wäre vor Entstehung gravierender Probleme gebannt worden. Wo hätte die denn noch hin führen können, fragt man sich? Ein Blick auf die Darstellung des (von Brehm viel gelästerten) Mopses in dessen Tierleben der ersten Ausgaben zeigt einen eigenartigen, ausgesprochen hübschen, aufgeweckt aussehenden, muskulösen Hund mit kurzem Fang und ohne vorstehende Glotzaugen. Seither ist es gelungen, daraus einen schwammig wirkenden Typ mit zur Kugel komprimierten Kopf, praktisch ohne Nase auf Kosten von dessen Lebensqualität zu züchten.
Es ist unverständlich, dass im 21. Jahrhundert, nach der Konvention des Europarates zum Schutz der Heimtiere, dem Tierschutzparagraphen 11b und dem Verpflichtungsmanifest der Präsidenten der kynologischen FCI-angeschlossenen Verbände Deutschlands, der Schweiz und Österreichs gegen Übertypisierung solche Aussagen möglich sind. Nichts gegen den Mops, er muss unter allen Umständen erhalten werden, aber unter Gewährleistung der Voraussetzung für ein Leben mit guter Qualität. Das wieder zu erreichen müssen sich die mit ihm befassten Rasseclubs verpflichtet fühlen.

 

Dr. Hellmuth Wachtel

Zur Person:

Dr. Hellmuth Wachtel aus Wien gilt heute als einer der großen Kynologen des alten Schlags in Europa. Sein Leben lang hat er als Genetiker und Tierzüchter gearbeitet und ist in der kynologischen Fachliteratur im In- und Ausland führend.

Aus dem Gutachten zur Auslegung des § 11b des Tierschutzgesetzes schreibt er bzgl. Linien bzw. Inzucht:

Ich habe Abstammungsnachweise gesehen, die dokumentieren, dass enge Verwandte verpaart wurden. Wenn ich als Genetiker mit einer solchen Zucht beauftragt wäre, würde ich, aufgrund des vorhandenen genetischen Wissenstandes, mit einer Anzeige zu rechnen haben. Wie lange noch können sich Züchter zur Verteidigung gegen die Anschuldigungen, defekte Produkte zu liefern, auf Unwissenheit berufen?

(...) Ob dieses Vorgehen in der Heimtierzucht aus der heutigen Sicht ethisch noch zu verantworten ist, ist zumindest fraglich. Etwas mehr züchterische Geduld ist anzuraten.

 

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Stand: 24.01.14